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14.03.2007

 

Allgemeine Zeitung vom 14.03.2007

In der Jagdschule von Norbert Trapp (li.) kann man ab April das "grüne Abitur" in einem Kompaktkurs erwerben. Foto: Axel Schmitz

Kompakte Ausbildung liegt im Trend

In Jagdschule Rheinhessen können Absolventen nach acht Wochen Jagdschein erwerben

FRAMERSHEIM Eine Jägerausbildung im Kompaktkurs - das ist ab April in Norbert Trapps Jagdschule möglich. Statt nach einer langwierigen zwölfmonatigen Ausbildung können die Jungjäger bereits nach acht Wochen Besitzer eines Jagdscheins sein.

Von Jasmin Ehrenstamm

"Die Ausbildung erstreckt sich über sieben Wochenenden sowie eine Woche, in der die Prüfungen stattfinden", erklärt Trapp. Der Trend gehe aufgrund der Änderung des Jagdgesetzes eindeutig zu Kompaktkursen. "Früher begleiteten die Schüler für ein Jahr einen Jäger, was doch ziemlich zeitaufwendig war", so Trapp. "Wir vermitteln das gesamte Wissen in wenigen Wochen und bereiten jeden Einzelnen ausgiebig auf die Prüfungen vor", verspricht Trapp. "Beim praktischen Teil kann aufgrund der Nervosität immer mal was schief gehen. Aber auf den theoretischen Teil bereiten wir die Schüler so vor, dass niemand durch die Prüfung fällt", ergänzt Trapp.

Sollte dies wider Erwarten doch passieren, kann die Prüfung bereits nach zwei Monaten statt bisher zwölf Monaten nachgeholt werden. In familiärer Atmosphäre wird der Jägernachwuchs in kleinen Gruppen beispielsweise in den Bereichen Jagdrecht, Wildbiologie und Waffenkunde ausgebildet. Zusätzlich kommen die Belehrung an der Waffe und die Übungen am Schießstand hinzu. Die Ausbildung sei äußerst umfangreich, daher heiße sie auch im Fachjargon "Das grüne Abitur". Zur Verdeutlichung der theoretischen Inhalte hat Trapp in den Schulungsräumen einige Präparate ausgestellt. "Ebenso habe ich einen kleinen Lehrparcours angelegt", erzählt Trapp. Verschiedene Bäume wachsen in dem eingezäunten Bereich nebenan und auch ein paar Fasane lassen sich hin und wieder blicken.

Die in der Jagdschule angebotenen Kompaktkurse sind indes keine billige Angelegenheit. Wer daran teilnehmen will, muss zwischen 1790 und 2400 Euro zahlen. "Bei diesem Preis ist alles inklusive. Es fallen keine zusätzlichen Leihgebühren für die Waffen an, die Prüfungsgebühren sind enthalten und auch die Munitionskosten sind gedeckt", erklärt der Forstwirt. Bei den bisherigen Ausbildungen würden zwar niedrigere Kursgebühren fällig, aber jede Abgabe und Zusatzleistung komme hinzu. "Teilweise mussten wir uns die Waffen sogar selbst kaufen. Und da steigen die Gesamtkosten immens", erzählt Ausbilderin Martina Schmitt aus ihrer Zeit als Jagdschülerin.

Die Nachfrage sei groß, schließlich ist Trapps Jagdschule bisher die einzige in Rheinhessen. "Von Schülern, deren Eltern bereits Jäger sind, bis hin zum Rentner interessieren sich Leute jeden Alters und jeder Berufssparte für den Jagdschein", so Trapp.

Der Diplom-Forstwirt Norbert Trapp hat sich mit der Errichtung der Jagdschule auf dem Gelände des elterlichen Weinguts einen lang ersehnten Traum erfüllt. Der 33-Jährige ist ein echter Rheinhesse. Nach dem Studium der Forstwissenschaft in Freiburg und der Tätigkeit als Ausbilder im Saarland kehrt er wieder an seinen Ursprung zurück. "Ich bin sehr heimatverbunden und nach der langen Abwesenheit auch froh, wieder zu Hause zu sein", so Trapp.

Gemeinsam mit der Jagdaufseherin und Hundeführerin Martina Schmitt und dem Jagdpächter Thomas Klisa wird Norbert Trapp künftig die Ausbildung in Framersheim durchführen.